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Stolperfallen auf dem Weg zu Gott

Ein neuer Eingangsbereich für die Osterkirche

Von Michael Gumbert

Wir kennen das. Ein Stäubchen im Wohnzimmer, ein heruntergefallenes Blatt – mal schnell den Teppich heben und die ungeliebte Hinterlassenschaft darunter verschwinden lassen. Was man nicht sieht, das gibt es nicht.

Gibt es nicht? Gibt es doch. Denn auch bei Oster liegen Matten und Teppiche, unter denen sich ungeahnte Funde befinden können. So geschehen im Eingangsbereich der Osterkirche. Dort lag seit langer Zeit schon immer so eine dunkelgraue Matte. Jeder dachte: Ach so, alles klar, zum Schuhe-Abtreten. Dass diese Matte aber unschöne und abgenutzte Teile des darunterliegenden Bodens verbergen könnte (und sollte), konnte man hin und wieder spüren. Es mutete zuweilen etwas wackelig an, als ob sich darunter der Boden in Auflösung befände. Kaum war dieser Gedanke gedacht, war man aber schon in der Kirche und war mit den Gedanken woanders.

Solche wackligen Stellen können aber auch zu Stolperfallen werden, wie Jürgen Engelhardt berichtet. Lassen wir ihn zu Wort kommen: "Es war am Tag nach Sigruns Beerdigung. Wir waren beim Aufräumen, Abbauen. Ich öffnete die Tür und beim Reingehen knickte ich um, stolperte. Ich hob die Matte hoch und sah die Bescherung. Ein Loch, kleine Brocken waren lose. Ursprünglich gewiss mal ein kleines Löchlein, doch durch das ständige darüber-laufen ist es immer größer geworden."

Der Weg zu Gott als Stolperfalle? Jürgen ließ diese Erfahrung keine Ruhe. Schließlich kam die Idee: Spendengelder beim Förderverein der Osterkirche dafür einzusetzen, um solche bröselnden Stellen der Osterkirche zu reparieren. - Gesagt, getan. Jürgen sprach sich mit Pfarrer Thilo Haak ab, und im Dezember 2020 wurde schließlich vom Förderverein Oster ein Unternehmen aus Berlin-Westend beauftragt, diesen Schaden dauerhaft zu reparieren – für handwerkliche Profis ein normaler Auftrag und gleichzeitig auch eine kleine Herausforderung. Ein solcher Fußabtreter muss mit Aluminiummetallrahmen einschließlich "unterseitiger Trittschalldämmung" sorgfältig in den umgebenden Terrazzoboden eingelassen und eingepasst werden. Anschließend werden mit vor Ort hergestellter Terazzo-Füllmasse alle Lücken geschlossen und geschliffen.

Das erfreuliche Ergebnis: Die Matte ist weg. Der Eingangsbereich zur Kirche ist wieder stolperfrei zu begehen. Die Gemeinde freut sich und sagt "Danke". Dem Handwerker und seinem Team hat der Auftrag wohl Spaß gemacht, wie er anschließend folgendermaßen schriftlich bekundete. "Ich finde, der neue Abtreter passt sehr gut in den vorhandenen Terrazzo. Und vielen Dank für den Kalender, das sind richtig schöne Fotos der Kirche. Wirklich tolle Aufnahmen."

Ach ja, der Kalender "Einsichten 2021". Das ist aber wieder eine andere Geschichte.