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u08 siegfried dehmel

Name: Siegfried Dehmel

Geboren: 1935

Familie und Werdegang: Zwei Tage nach meinem 10. Geburtstag – Mitte Februar 1945 – gingen meine Eltern mit mir und meiner jüngeren Schwester von Schlesien aus auf die Flucht in Richtung Riesengebirge in den Sudentengau, weil die russische Front bedrohlich näher rückte.

Mein Geburtsort ist ein Dorf (Hartliebsdorf) in der Nähe von Löwenberg/Niederschlesien. Dort war mein Vater in der dritten Generation der Schmiedemeister des Ortes. Bald nach Kriegs­ende kamen wir wieder in unser Dorf zurück, und im Juni 1946 ging es endgültig mit einem der letzten Güterzüge nach Westen. In der Nähe von Hildesheim fanden wir in einem größeren Dorf (Algermissen) ein neues Zuhause.

Nach dem Ende der Schulzeit begann ich eine Lehre als Kunst- und Bauschlosser. Ich strebte auf dem zweiten Bildungsweg ein Studium als Landmaschinenbau-Ingenieur an.

Nach der Konfirmation kam ich in den Jugendkreis der evangelischen Kirche, deren Mitglieder zu 95 Prozent aus Flüchtlingen bestanden. Dort erlebte ich, was es bedeutet, nicht nur konfirmiert und dem Namen nach Christ zu sein und traf eine persönliche Entscheidung für den Glauben an Jesus Christus.

Während eines fünfmonatigen Kurses auf der Lutherischen Volkshochschule in Hermannsburg wurde mir in einer Morgenandacht klar, dass Gott für mich einen anderen Weg geplant hatte. So begann ich im Herbst 1956 eine Ausbildung im Theologischen Seminar Johanneum in Wuppertal.

Wie ging es dann für Sie weiter?

Zum Ende der Ausbildung lag eine Anfrage der Berliner Stadtmission vor, die zwei junge Stadtmissionare suchte. Ostern 1959 kam ich zusammen mit einem Studienfreund das erste Mal nach Berlin, um mich bei der Stadtmission vorzustellen. Am 1. Oktober begann dann mein Dienst im Berliner Wedding in der Liesenstrasse. Das Haus, das später abgerissen wurde, stand am Rande des Domfriedhofs im damaligen Ostteil der Stadt, der Bürgersteig lag im Westen.

Nach dem 13. August 1961 war mein Dienstort dann die Stadtmissionsgemeinde am Gesund­brunnen (Stettiner Strasse). Dort wurde ich als Pastor ordiniert und machte mein 2. Theologi­sches Examen.

Nach 13 Jahren wechselte ich innerhalb der Stadtmission in die Gemeinde Neukölln, (Lenau­strasse, am Hermannplatz). Dort wurde ich im Jahr 2000 nach 40jährigem Dienst in den Ruhe­stand verabschiedet.

Wie kamen Sie in die Osterkirche?

Seit 1961 wohnten meine Frau und ich mit den drei Kindern in der Samoastr./Ecke Nordufer. Nach meinem Ruhestand suchten wir eine neue Gemeinde, so lag es nahe, uns in der Oster­gemeinde umzusehen, wo wir herzlich willkommen geheißen wurden.

Von Frau Pfarrerin Stobbe kam bald die Anfrage, ob ich bereit wäre, einen Bibelgesprächskreis zu beginnen. So ist es dann gekommen. Alle vierzehn Tage donnerstags findet, abwechselnd mit Taizé- und Abendgebet, das Bibelgespräch statt, an dem ich nach wie vor Freude habe. Es ist eine immer neue Gelegenheit, über Fragen des Glaubens und Lebens miteinander nachzu­denken.

Im März vorigen Jahres verstarb meine Frau, die fast fünfzehn Jahre lang ehrenamtlich sowohl im Vorstand der Berliner Stadtmission als auch in der Kirch­lichen Telefonseelsorge mitgearbeitete hatte.

Welche drei Wünsche haben Sie an die Ostergemeinde im Jahr 2009?

Dass die neue Pfarrerin, Frau Unterdörfel, schnell beheimatet wird in unserer Gemeinde.

Dass das wichtige Projekt „Laib und Seele“ Programm für die Gemeindearbeit bleibt. Dass neben dem Brot auch die Seele der Menschen Nahrung findet. Dass unsere Gemeinde in Wort und Tat ein Hinweis ist auf Jesus Christus, das „Brot des Lebens“.

Ich bete darum, dass die Kinder- und Jugendarbeit neue geist­liche Impulse bekommt. Damit junge Menschen in unserer Gemeinde den Ruf in die Nachfolge Jesu Christi hören.

Was ist Ihre Lieblingsstelle in der Bibel?

Mein Konfirmationsspruch: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.“ (Römer 1,16) – und

der 23. Psalm mit dem tröstlichen Schlussvers: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“

Was sind Ihre Lieblingslieder im Gesangbuch?

„Stern auf den ich schaue…“ (407), das ich im Kindergottesdienst lernte.

„In dir ist Freude…“ (398), das ich mir oft zum Geburtstag gewünscht habe.

„Ja, ich will euch tragen…“ (380), das mir im Alter zunehmend wichtig wird.