Oktober 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4
Oktober 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

u02 elisa kieselbachName: Elise Kieselbach

Geboren und Kinderzeit: 1922 in Pasewalk bei Ueckermünde – wir waren 7 Jungs und 5 Mädchen; davon leben heute noch 5 Mädchen und 2 Jungs.

Der Vater war Bahnarbeiter, meine Mutter auch. Später waren beide Schrankenwärter. Die ganze Familie ist dann in den Kreis Prenzlau umgezogen. Wir hatten eine gute Kindheit. Unsere Eltern haben uns alles erklärt – vor allem, dass wir uns auswärts nicht immer so benehmen durften, wie wir es in der großen Familie zu Hause oft gemacht haben.

Meine ersten Stationen: Mit 14 Jahren, also 1937, ging ich nach der Schule nach Berlin. Ich arbeitete zuerst in einer Bäckerei in der Norweger Straße, in der Nähe der Bornholmer Straße. Ich habe mitgeholfen beim Backen – aber ich habe keine Gesellenprüfung gemacht, weil ich Angst vor der Prüfung hatte. In der Bäckerei war ich „Mädchen für alles“ – ich arbeitete im Haushalt, beim Backen und beim Verkaufen im Laden. Ich war noch nie für das Schriftliche geboren – meine Schwester konnte das gut, ich nicht. Ich bin jemand, der mit den Händen arbeiten muss und will.

1937 bis 1946 arbeitete ich in der Bäckerei Mönke. Dort schied ich dann krankheitsbedingt aus und arbeitete für 1 Jahr in einer Kürschnerei und als Haushälterin. Danach zog ich um in die Fennstraße, dort, wo jetzt Schering bzw. Bayer ist.

Meine Familie: 1948 habe ich geheiratet. Im März 1949 kam unser Sohn Bernd zur Welt. Er wurde in der Osterkirche von Pfarrer Teichmann getauft. Ich war 37 Jahre lang verheira­tet, dann starb mein Mann, den ich damals in der Bäckerei kennen gelernt hatte.

In der Fehmarner Straße – in meiner jetzigen Wohnung – wohne ich seit 60 Jahren. Im Haus mache ich den Hofgarten. Ich höre viel und gerne Radio – besonders das Kulturradio vom RBB.

Wie kamen Sie zur Ostergemeinde – und wann?

Nach dem Tod meines Mannes (1984) kam ich 1986 zur Ostergemeinde. Ich ging regelmäßig zum Seniorenkreis, damals von Frau Kießling geleitet. Als die Kirche später umgebaut wurde, fand ich alles „zu kramig“, zu unordentlich. Ich fand das nicht gut für ein Gottes­haus. Deshalb sehe ich es seitdem als meine Aufgabe, in der Kirche, vor allem der Küche, aufzuräumen, und bei größeren Festlichkeiten abzuwaschen. Ich finde, Ordnung macht Spaß.

Was war, was ist Ihnen an der Ostergemeinde wichtig?

Mir sind die Gottesdienste wichtig. Ich glaube an Gott, den Vater, an Jesus Christus, seinen Sohn, und den Heiligen Geist.

Mitsingen ist jetzt meist nicht mehr möglich, weil ich wegen meiner schlechten Augen nicht mehr die Texte im Gesangbuch lesen kann. Wichtig wäre mir, dass die Akustik ver­bessert wird. Ich verstehe die beiden Pfarrer i.R. Reimer Piening und Siegfried Dehmel gut, bei anderen Pfarrern habe ich da oft Schwierigkeiten.

Mein Glaube hat mir schon sehr viel geholfen – damals bei meiner Krebsoperation hat mir der Glaube innere Kraft gegeben.

Worin bestehen weitere Bindungen an die Ostergemeinde?

Ich helfe mit bei Laib und Seele – dort koche ich den Kaffee. Und danach reiße ich die Kar­tons klein, damit sie in die Altpapiertonne passen.

Gut fand ich immer die Ausflüge, die Pfarrer Piening gemacht hat. Gern erinnere ich mich auch an Pfarrer Scheidhauer. Ich mochte auch Pfarrerin Stobbe.

Welche drei Wünsche hätten Sie an die Ostergemeinde im Jahr 2008 ?

Ich wünsche mir, dass meine Trauerfeier in der Kirche stattfinden kann. Solche Trauer­feiern in der Kirche sollten die Regel sein.

Ich wünsche mir, dass sich alle Menschen in der Gemeinde gut verstehen.

Ich wünsche mir, dass die sonntäglichen Gottesdienste wieder um 10 Uhr beginnen.

Besonders wünsche ich mir, dass Hilde Ziemer bald wieder da ist. Sie fehlt mir sehr.

 

Elise Kieselbach ist im Februar 2014 in Berlin verstorben. Sie wurde 91 Jahre alt.