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k14 heinz reicheneckerName und Alter: Heinz Reichenecker, 54 Jahre alt

wohnt: am wunderschönen Nordufer im Sprengelkiez

Mein Werdegang:

In Stuttgart aufgewachsen, habe ich dort auch Abitur gemacht. Ich wuchs in einem behüteten Elternhaus auf und bin Vater und Mutter immer noch sehr dankbar über die Möglichkeiten, die sie mir und meinen beiden Geschwistern eröffnet haben.

Während des Studiums in Heidelberg, Grenoble und Freiburg – die Fächer waren Sport und Romanistik, kam ich aber schnell in Kontakt zur politischen Szene, Anti-AKW, Deutscher Herbst, Hausbesetzer, Nato-Nachrüstungs-Doppelbeschluss etc., und ich entfernte mich von der bürgerlichen Gesellschaft und der Kirche.

Trotzdem war ich aktiv im Leistungssport – spielte viel Basketball parallel zum Sportstudium, machte viele schöne Reisen nach Südfrankreich, und begeisterte mich für die Bergwelt. Bei Skitouren ging es bis an 4000 Meter hoch. Auch Bergsteigen im Monte Rosa Gebiet gehörte zu meinen Aktivitäten. Einige 4000-er habe ich erklommen. Ich durchquerte die Alpen vom Genfer See bis nach Nizza als Bergwanderung. Bis heute bin ich frankophil und rede gerne französisch, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, zum Glück immer öfter in Berlin.

1986 unternahm ich eine Reise nach Nepal und Indien. Ich machte alleine zwei lange Trekks in Nepal und Nordindien, bis nach Zanskar, einem Königreich neben Ladakh. Dort ging es bis auf 5700 Meter hoch. Diese Erfahrungen haben mich sehr geprägt – vor allem die Freude, die Menschen haben können, die nichts haben, die außerhalb unserer Wohlstandsgesellschaft leben und trotzdem oder deswegen viel mehr Mensch sind. Weitere Reisen nach Marokko, Senegal, Ägypten und in die Oasen der libyschen Wüste ergeben nicht wirklich den Globetrotter, aber eben die Neugier auf andere Welten, Gesellschaften und andere Sprachen.

Nach dem 1. Staatsexamen und somit dem Abschluss des Studiums ergab sich dann der Umzug nach Berlin und dort die Umschulung zum Krankengymnasten. Nach Jahren der Anstellung in orthopädischer Praxis und freier Mitarbeit in Reinickendorf eröffnete ich schließlich gemeinsam mit Hartmut Heiming 1996 die Praxis in der Sprengelstr.47, in direkter Brennpunktlage am Sparrplatz.

Im Oktober 2007 folgte dann die Eröffnung der Etage für Gesundheit, fit4age, in der Sprengelstraße 15, schräg gegenüber der Osterkirche. Hier arbeite ich zusammen mit Gosia, meiner Frau und unser Konzept geht eindeutig Richtung Bewegung, Präventionskurse und Rehasport, auch wenn wir unseren Besuchern die klassische Physiotherapie mit Krankengymnastik und Massagen anbieten. Unser großes Ziel ist die Etablierung eines Studios für medizinische Fitness.

Bereits im Jahr 2000 war ich Mitglied im Quartiersfond, dem Vorläufer des heutigen Quartiersrates. Hier bin ich als gewählter Anwohner seit 2007 Mitglied. In der Gründungs- und Aufbauphase war ich als Vorstandsmitglied beim G.i.S. e.V. aktiv – dem Verein, der wesentlich zum Aufbau des Sprengelhauses beigetragen hat. Die Entwicklung des Quartiers liegt mir sehr am Herzen, und ich versuche nach Kräften mich dabei einzubringen.

Seit 8 Jahren lebe ich in einer glücklichen Kleinfamilie mit Gosia, meiner wunderbaren polnischen Frau, und Daniel, ihrem jetzt bald 21-jährigen Sohn. Durch Gosia fand ich auch wieder zum Glauben zurück. Nach langen Jahren der Ablehnung füllt mich das Christentum und die Gewissheit, dass Gott seine schützende Hand über uns hält und uns treu ist, jeden Tag mit Kraft und Freude.

Was gefällt Ihnen hier im Kiez, und was eventuell weniger?

Gut gefallen mir: Die Durchmischung der Bevölkerung, die Kneipenszene am Ufer, die Einrichtungen für Kinder (TeLux, Kinderfarm). Das Prime Time und Atze-Musiktheater werden zu Aushängeschildern für den Kiez, immer mehr junge Menschen und Familien ziehen zu. Sehr positiv entwickelt sich der Sprengelpark, und wir hoffen, mit der Sport- und Spielbetreuung in den Sommerferien die Attraktivität des Parks noch zu vergrößern. Die Aktivitäten des QM tragen dazu bei, dass Anwohner die Möglichkeit haben sich einzubringen und selber mit zu gestalten. Im Quartiersrat wünsche ich mir mehr Offenheit für Ideen, die nicht von den „etablierten Trägern“ vorgeschlagen werden.

Schlecht gefällt mir: Die Szene am Sparrplatz, das Parkhaus der Beuth-Hochschule, vor Jahrzehnten war hier der Wochenmarkt!! Die Spielsalons, Spätkaufläden und Wettbüros sehe ich nicht so positiv, wie im letzten Kiezboten angedeutet. Sicher bieten sie Raum für Begegnungen, aber ob sie die Vielfalt unseres Kiezes wirklich erweitern, bezweifle ich doch sehr. Hier ist aufgrund der Vielzahl von Neueröffnungen auch der Bezirk gefordert, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen.

Was mir noch nicht gefällt? Das Übliche: Müll, Dreck und Hundekot auf den Gehwegen. Liebe Hundebesitzer …

Und was sollte im Kiez besser oder anders gemacht werden?

Sollte eines Tages die Tegeler Straße wegen des S-Bahn Baus wirklich geschlossen werden, gäbe es vielleicht realistische Chancen unseren Kiez tatsächlich zur Fußgängerzone umzugestalten. Weitere Verkehrsberuhigung wird sicher die Folge sein, warum dann nicht den Durchgangsverkehr gänzlich raus halten? Im Winter ist es immer noch sehr dunkel im Kiez. Ohne jetzt der Energievergeudung das Wort zu reden, wünsche ich mehr Licht und Wärme. Die Vision eines beleuchteten Turms der Osterkirche ist immer noch vorhanden!

Was sind Ihre besonderen Wünsche?

Wir haben die Vision, dass sich unsere Etage für Gesundheit, fit4age, noch mehr als bisher zum Treffpunkt verschiedener Nationen und Religionen entwickelt, dass der Sport und die Bewegung die Menschen übergreifend eint und verbindet, neue Freundschaften sich finden und geschlossen werden, Menschen aus Isolation herauskommen können, sich öffnen und neue Bekanntschaften machen.

Dass sich unsere Verbindungen im Kiez und im Quartier noch mehr festigen und verbinden. Ich wünsche mir noch einmal eine große Reise nach Asien auf jeden Fall mit einer langen Wanderung im Himalaya, natürlich zusammen mit Gosia, meiner Frau.

Was verbindet Sie mit der Osterkirche?

Wir gehen zum Gottesdienst in eine freikirchliche Gemeinde in Tegel, deshalb bin ich nur sehr selten im Gottesdienst der Osterkirche, vor kurzem hatte ich aber die Freude dort eine Erwachsenentaufe miterleben zu dürfen. Osterkirche ist für mich vielmehr Veranstaltung, Musik, offene Kirche und soziales Engagement, auch im Quartiersrat die Zusammenarbeit mit HPM (Hans-Peter Meyendorf) und SSE (Sigrun Spodeck-Engelhardt). Seitdem ich fit4age mache, gibt es zur Kirche beinahe nachbarschaftliche Beziehungen. Wir verirren uns öfter mal freitagabends 5 vor acht ins Konzert.

Ganz stark fanden wir den Weltgebetstag der Frauen, als wir zusammen mit afrikanischen Brüdern und Schwestern eine tolle Gemeinschaft erlebt haben.

Welches ist Ihre Lieblingsstelle in der Bibel, und was bedeutet sie Ihnen?

Joel 3, Vers 5: Wer den Herrn anruft in der Not, der soll errettet werden.

Dass Gott jederzeit für uns da ist und sorgt, wenn wir Probleme haben, wenn wir nicht ein noch aus wissen, dass er die Lösung für uns hat. Dass wir in Gottes Armen geborgen sein können, dass wir auch ohne eigene Kraft die Ziele erreichen, die Gott für uns vorgesehen hat, dass wir loslassen können und nicht aus eigener Anstrengung wirken, sondern das Gelingen auch Gott überlassen können. Ist manchmal schwierig …