Dezember 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6
Dezember 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

k04 assibi wartenberg.jpfName: Assibi Wartenberg

Alter: geboren 1961 in Kwame-Danso, Ghana

wohnt in: Berlin-Wedding, Lynarstraße

Familie: verheiratet, 1 Kind

Beruflicher Werdegang und aktuelle Arbeit:

1981 lernte ich in Dapaong, das ist im Norden von Togo an der Grenze nach Burkina Faso, meinen jetzigen Mann kennen, der dort als Entwicklungshelfer an einer Berufsschule arbeitete. 1983 heirateten wir in Dapaong und reisten dann im Sommer 1983 nach Deutschland, um die Familie meines Mannes kennen zu lernen. Damals machte ich in Lomé, der Hauptstadt Togos, eine Ausbildung als Schneiderin. Ende 1986 lief dann der Vertrag meines Mannes aus und Anfang 1987 zogen wir (meine Tochter und ich ) nach Berlin nach.

Der Anfang in Deutschland war nicht einfach für mich und ich flog oft zurück zu meiner Familie. Mit der Zeit fühlte ich mich dann aber doch recht heimisch in Berlin, machte eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete danach mehrere Jahre im Krankenhaus und in der mobilen Krankenpflege.

1997 gründete ich mit mehreren Freunden den „Deutsch-Togoischen-Freundeskreis e.V.“ Hauptanliegen des Vereins ist es, die Gesundheitsversorgung im Norden Togos zu verbessern und eine Gesundheitsstation zu bauen. Durch diese Arbeit lernte ich viele Leute kennen, da wir oft auf Straßenfesten usw. einen Stand mit afrikanischen Spezialitäten aufbauten, um Geld für das Krankenhaus zu sammeln.

Da kam mir langsam die Idee, doch selber ein Restaurant aufzumachen, um so meinen Traum einer Krankenstation in meiner Heimatstadt Dapaong im Norden Togos zu verwirklichen. Inzwischen hatte sich auch viel auf dem Gesundheitssektor getan; immer mehr Krankenhäuser wurden geschlossen und die Leute entlassen. Die Bezahlung in der mobilen Krankenpflege war miserabel und sehr anstrengend.

Wie sind Sie in den Sprengelkiez gekommen?

Wir hatten schon lange nach einem geeigneten Projekt gesucht, und mit unserem Umzug in den Wedding (das Haus in Charlottenburg wurde verkauft und die Wohnungen zu Eigentumswohnungen umgewandelt!) kam ich auch zufällig in die Prinzenallee, wo der Glaskasten leer stand.

Mir gefällt der Wedding sehr gut – vor allem die Aktivitäten der Leute hier, und dass eben sehr viele Afrikaner hier leben. Viele kannte ich schon vorher, und das war mit ein Grund, mich für den Wedding zu entscheiden!

Was gefällt Ihnen hier im Kiez, und was eventuell weniger?

Ich habe mich sogleich in den Quartiersrat wählen lassen und versuche dort engagiert mitzuarbeiten, denn die Arbeit im „relais de savanne“ kostet sehr viel Zeit.

So haben wir ja auch das Afrikafest auf dem Rathausplatz organisiert. Die Arbeit im „relais der savanne“ macht mir sehr viel Spaß, vor allem, da hinten ja noch der Glaskastensaal angeschlossen ist - ein Theatersaal mit 300 Plätzen. Hier organisieren wir ständig Veranstaltungen mit afrikanischen Musikgruppen usw. Aber auch andere Darbietungen und Veranstaltungen finden dort statt, wie Theater, Artistik, Privatfeiern usw!

Was sollte im Kiez besser oder anders gemacht werden – was sind Ihre besonderen Wünsche?

Für den Sprengelkiez wünsche ich mir, dass noch mehr Afrikaner hier sesshaft werden, dies als ihre Heimat ansehen und hier aktiv werden. So werden und können wir auch alle Probleme besser anpacken und gemeinsam lösen.

Wenn ich mit Leuten spreche und ihnen erzähle, dass ich im Sprengelkiez wohne, dann fragen die immer: Ist das nicht der Kiez im Wedding, wo so viele Afrikaner leben und die Leute sehr aktiv sind?

Was verbindet Sie mit der Osterkirche?

Zu der Osterkirche hatte ich bisher wenig Kontakt, dies liegt auch daran, dass ich, seitdem ich hier wohne, unentwegt an irgendeiner Sache gearbeitet habe. Aber ich denke, dass ich das demnächst mal ändern sollte.

Und was wollen Sie den Menschen hier im Sprengelkiez mit auf den Weg geben?

Ich wünsche allen Bewohnern hier, dass sie so weitermachen, nicht nachlassen und den Kiez zu einem begehrten Bezirk machen!

Welches ist Ihre Lieblingsstelle in der Bibel, und was bedeutet sie Ihnen?

Leider kenne ich die Bibel vom Lesen nicht – fühle mich aber zum christlichen Glauben hingezogen. Mein Vater war Moslem, meine Mutter war Animistin, ist dann aber zum Ende ihres Lebens Christin geworden. Ich habe daher von allem etwas abbekommen. Ich glaube sehr stark an die Liebe und Mitgefühl der Menschen untereinander – aber dies wohnt, so denke ich, allen Menschen inne - unabhängig vom Glauben.