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k16 wulf dornblut

Name, wann geboren: Wulf Dornblut, geboren 1969 in Schildow bei Berlin

Wie kamen Sie in den Sprengelkiez?

Ich bin beruflich seit 12 Jahren im Wedding auf dem Abschnitt 35 tätig. Die ersten Jahre war ich mit der polizeilichen Routinearbeit befasst. Vor knapp 8 Jahren wurde ich in meiner Dienstgruppe, die regional für den Sprengelkiez zuständig ist, Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit. In dieser Funktion habe ich regelmäßig Kontakt zu vielen Institutionen im Kiez. Für die Polizei werde ich z.B. auch in ganz konkrete Prozesse der Bürgerbeteiligung bei Planungsvorhaben einbezogen - wie vor einigen Jahren an der Workshop-Reihe im Zusammenhang mit der Planung des Sprengelparks. Auch wuchs die Zusammenarbeit mit dem Sprengelhaus, damals insbesondere zu den Mediatoren der Konfliktagentur.

Seit nunmehr fünfeinhalb Jahren bin ich hauptamtlich als Präventionsbeauftragter für den ganzen Abschnitt tätig. Das bedeutet u.a., dass ich an den beiden Grundschulen im Kiez Antigewaltveranstaltungen zum Thema „Hauen ist doof“ durchführe, also richtigen Unterricht zu Anti-Gewalt-Strategien gebe. So bekomme ich Kontakte zu den Kindern und manchen Eltern vor Ort – das ist wichtig. Auch zum Kiezplenum Sparrplatz werde ich eingeladen. Dort treffen sich regelmäßig Vertreter von Jugendeinrichtungen– wie die Weddinger Kinderfarm, Telux, Die Lynar, aber auch die Schulen, die Konfliktagentur, das Quartiersmanagement, Kirchengemeinden u.a.m. Auch die Kitas in diesem Bereich werden zu diesen Plenen eingeladen.

Was läuft gut im Sprengelkiez?

Es ist aus meiner Sicht ein sehr lebendiger, ein sehr bunter Kiez. Es gibt viele Menschen, die sich aktiv engagieren und es gibt funktionierende Netzwerke. Die Menschen im Kiez werden in verschiedene Aktivitäten sehr gut einbezogen. Ich merke das zum Beispiel beim jährlichen Sparrplatzfest. Da sind nicht nur die verschiedenen Einrichtungen und Organisationen wie der Verein „Aktiv im Kiez“ im Sprengelhaus mit von der Partie, sondern eben auch viele Anwohner.

Da, wo viele Menschen positiv wirken, ist das Klima insgesamt besser. Dort stehen die Mitmenschen besser zusammen, und das ist die beste Voraussetzung, dass das Zusammenleben mit weniger Konflikten abläuft.

Was könnte im Sprengelkiez besser gemacht werden?

Gute Frage – ich möchte diese Frage positiv beantworten: Ich finde es positiv und bemerkenswert, dass im Kiez immer wieder Neues entsteht. Der Sprengelkiez ist immer in Bewegung. Die Einrichtung des Sprengelparks, die Sperrung der Durchfahrt am Nordufer (Lynarstraße), die Umgestaltung des Pekingplatzes – der Kiez ist in einem ständigen Wandel begriffen, und die Menschen werden da an vielen Stellen mitgenommen und aktiv einbezogen. Ich war und bin an solchen Prozessen beteiligt – und immer, wenn die Polizei angefragt wird, sich in solchen Verfahren zu beteiligen, machen wir gerne mit und stellen unseren Rat und unsere Erfahrungen gerne zur Verfügung.

Kurzum: Es passiert im Sprengelkiez so viel Produktives und Konstruktives, dass die Vorkommnisse, zu denen dann die Polizei gerufen wird, relativ zu diesen positiven Dingen zu sehen sind. Klar: Als Präventionsbeauftragter denke ich immer, dass jeder Fall, zu dem wir gerufen werden, ein Fall zu viel ist. Deshalb sage ich: Je mehr wir hier zusammenarbeiten, desto sicherer fühlen sich die Menschen.

Waren Sie schon mal in der Osterkirche? Welche Beziehung haben Sie zur Osterkirche?

Ich war in den vergangenen Jahren schon einige Male in der Osterkirche. Als 2006 Uwe Bressem mit der Ausstellung „Mailart: Wir wollen, dass Sie sicher leben“ die Arbeit der Polizei in den Mittelpunkt rückte, waren wir von unserem Polizeiabschnitt mit einer Reihe von Kollegen vor Ort mit dabei. Das war ein sehr schönes Projekt und eine gelungene Veranstaltung, als Ende Oktober 2006 in der Osterkirche diese Ausstellung eröffnet wurde. Die dicke Broschüre, die aus dieser Ausstellung hervorging, habe ich mir aufgehoben - als Beispiel, wie wir als Polizei in einem Kiez positiv wahrgenommen werden.

Als vor ca. 3 Jahren eine Bürgerinitiative zu Problemen am Sparrplatz eine Bürgerversammlung organisierte und die Polizei dazu eingeladen war, fand diese in der Osterkirche statt. Auch ich war dabei. Es ging darum, die damals aufkommenden Beschwerden von Bürgern anzuhören und zu bewerten. Oft sieht es dann so aus, dass die Bürgerinnen und Bürger vor Ort selbst viele Möglichkeiten haben, zur Entspannung beizutragen.

Ab und zu fahre ich auch so an der Osterkirche vorbei und schaue, ob im Kiez alles OK ist. Jetzt fällt mir gerade ein, dass ich zum Thema „Gewaltprävention“ schon von einigen Kitas im Kiez eingeladen worden bin, jedoch noch nicht von der Osterkita. Wenn Bedarf bestehen sollte, komme ich gerne mal zu den Kindern der Osterkita.

Und dann war ich mit Kollegen vor einigen Jahren einmal in der Vorweihnachtszeit von einem Kreis älterer Damen in die Osterkirche eingeladen worden. Dort haben wir etwas über unsere Arbeit erzählt, und die Damen schilderten uns, was ihnen auf dem Herzen lag. Wir kamen so bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch. Das war eine gute Sache.

Hätten Sie einen Ratschlag für die Menschen im Sprengelkiez?

Ja. Mein Motto lautet: Gemeinsam füreinander da sein und aufeinander achten – dann fühlen sich die Menschen immer besser. Mehr Nachbarschaftshilfe vor Ort erhöht die Lebensqualität und erleichtert der Polizei die Arbeit ganz enorm. Die Menschen sollten zusammenstehen. Der Sprengelkiez sollte weiter so aktiv bleiben, wie er bis jetzt ist. Und ich wünsche mir, dass sich weiterhin viele Menschen engagieren.