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k06 susanne schwerkoltName: Susanne Schwerkolt

Alter: 56 Jahre

wohnt in: Berlin-Wilmersdorf

Familie: Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder - einen Sohn von 25 Jahren und eine Tochter von 21 Jahren.

Beruflicher Werdegang:

Im Jahr 1978 begann ich, als Grundschullehrerin zu arbeiten - in einer kleinen Dorfschule nahe der Nordseeküste. 1980 kam ich nach Berlin und begann meine Arbeit an einer Sonderschule im Wedding. Ich habe dann im Ergänzungsstudium an der FU Sonderpädagogik studiert.

Seit 1995 arbeite ich als Schulleiterin an der Hermann-Herzog-Schule.

Wie sind Sie in den Sprengelkiez gekommen?

Das erste Mal betrat ich den Sprengel-Kiez 1967. Ich besuchte meine ältere Schwester, die in der 11. Etage des Ernst-Reuter-Studentenwohnheims wohnte. Vom Balkon aus sah ich auf das Stadtviertel – ohne die geringste Ahnung, dass dieser Kiez später einmal Bedeutung für mich bekommen würde.

Zum zweiten Mal kam ich 1992, nämlich als Sonderpädagogin an die Hermann-Herzog-Schule. Vorher hatte ich an einer Sonderschule in der Prinzenallee gearbeitet. Ich wechselte auf eigenen Wunsch, weil ich in einer Integrationsklasse mit sehbehinderten und einem geistig behinderten Kind arbeiten wollte.

Was gefällt Ihnen hier im Kiez, und was eventuell weniger?

Es gibt hier viele tatkräftige, hilfsbereite, freundliche Menschen. Ich mag die Kinder und die Eltern, die zu uns in die Schule kommen. Durch sie habe ich viel über unterschiedliche Lebensverhältnisse gelernt.

Was mir Sorgen macht: überforderte Eltern, Verwahrlosung in den Beziehungen und im Straßenbild, Parallelwelten.

Was sollte im Kiez besser oder anders gemacht werden?

Ich habe erfahrene und engagierte Menschen im Sprengelkiez kennen gelernt. Sie kennen sich hier weit besser aus als ich.

Was die Bildung angeht: siehe nächste Frage.

Was sind Ihre besonderen Wünsche?

Ich wünsche mir für die Kinder im Sprengelkiez exzellente Bildungsbedingungen. Die Schulen und Kindergärten in unserem Stadtteil (und ähnlichen Vierteln) müssen erheblich besser sein als diejenigen in „bürgerlichen“ Vierteln. Sie sollten so ausgestattet werden, dass es gelingt, die häuslichen Benachteiligungen der Kinder zu kompensieren. Dazu gehören z.B.: eine Bibliothek, Ganztagsbetrieb für alle, eine gute Lehrmittelausstattung, ästhetisch ansprechende Schulräume mit ausreichend Platz zur Förderung, ein Elterncafé, Unterstützung durch Schulsozialarbeiter und Übersetzer und natürlich genügend Lehrer/innen und Erzieher/innen.

Was verbindet Sie mit der Osterkirche?

Unsere Schule hat immer gut mit der Kita der Osterkirche zusammengearbeitet, vor allem, wenn es um die Integration von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarf ging.

Das Kirchengebäude habe ich als Versammlungsraum kennen gelernt - bei den Sitzungen des Quartiersrats.

Ich bedaure ein bisschen, dass ich noch nie ein Konzert in der Osterkirche besucht habe – jedoch nach meinen langen Arbeitstagen zieht es mich einfach nach Hause. Ich wohne nicht im Kiez.

Es gefällt mir, dass es in der Osterkirche interreligiöse Aktivitäten gibt – das bringt die Menschen zusammen.

Die Menschen aus der Osterkirche sind für mich Verbündete. Sie wollen Verständigung, gegenseitige Unterstützung und gute Lebensbedingungen im Viertel.

Und was wollen Sie den Menschen hier im Sprengelkiez mit auf den Weg geben?

„Macht weiter so!“ - zu den Akteuren.

Welches ist Ihre Lieblingsstelle in der Bibel, und was bedeutet sie Ihnen?

Die Geschichte vom verlorenen Sohn sagt mir, dass auch Fehler zum Leben gehören, dass es menschlich ist, wenn man mal versagt, wenn man Probleme hat oder Erwartungen nicht erfüllt. Es hilft, wenn das nicht angekreidet, sondern liebevoll vergeben wird. Der Mensch an sich zählt, er ist wertvoll.