September 2017
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Kiezgesichter

Im Weddinger Sprengelkiez leben ungefähr 15.000 Menschen. Sie kommen aus vielen Ländern und leben hier auf engem Raum zu sammen. Dieser Kiez hat viele Gesichter - eben "Kiezgesichter", die etwas tun, damit gute Nachbarschaft und Gemeinsinn im Alltag gelingen. Solche "Kiezgesichter" werden im Gemeindeblatt "Osterkirche" seit 2008 immer wieder in kleinen Portraits vorgestellt. Bemerkenswert und bezeichnend, dass fast alle diese seit 2008 vorgestellten "Kiezgesichter" noch heute hier im Sprengelkiez leben bzw. wirken. Dies spricht dafür, dass, wer hier einmal angekommen ist und Wurzel gesachlagen hat, sich schnell als Teil des Kiezes empfindet und hier bleibt.

Wie kamen diese Menschen, die wir hier vorstellen, in den Kiez? Wie sah ihr bisheriger Lebensweg aus? Was verbindet sie mit der Osterkirche? Welche Wünsche haben sie für diesen Kiez? Wir haben Fragen gestellt und haben viele interessante und vielschichtige Antworten erhalten.

k01 benjamin jahnkow

Name: Benjamin Jahnkow

Alter: 21 Jahre

wohnt in: Berlin-Wedding, Sprengelstraße

arbeitet als: Pädagoge / Erzieher in der Oster-Kita bei der „Bärenbande“, Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren

Familie: Meine Mama arbeitet als Lehrerin für evangelische Religion und ist stellvertretende Arbeitsstellenleiterin für evangelischen Religionsunterricht; Vater ist Tischlermeister, tätig in Prenzlau; meine Schwester ist Montessori-Erzieherin in Prenzlau; mein zweijähriger Neffe Lukas lernt gerade das Fahrradfahren. Eigene Kinder sind bei mir noch nicht vorhanden, die richtige Frau dafür ist aber schon gefunden.

Wie bist Du in den Sprengelkiez gekommen?

In den Sprengelkiez bin ich durch die Arbeit im Kindergarten gekommen, am Anfang meistens noch mit meiner blauen „Schwalbe“. Aus privaten Gründen brauchte ich dringend eine neue Wohnung, und was lag da näher als der schöne Sprengelkiez?

k02 klaus wolfermannName: Klaus Wolfermann

Alter: Lag der Ursprung in einer kalten Winternacht oder im fröhlichen Karneval, ist unge­klärt. Jedenfalls erblickte ich das Licht der Welt in Schöneberg im Monat November. In der nächsten Nacht brannten die Synagogen.

wohnt in: Berlin-Wedding, Sparrstraße

Familie: Auch die nächsten Jahre nach der Geburt blieben recht finster. Übrig blieben zwei von drei Brüdern und eine alleinerziehende Mutter.

Es gab Spielplätze bis zum Horizont und eine realistische Anleitung zur Bescheidenheit. Als die Mutter eine Lehrerinnenstelle erhielt, gab es noch Hauswirtschaft für alle vier. Es hat nicht geschadet.

 

Schule und Beruf – wie war da Ihr Weg?

In der Schule war ich „einer der interessiertesten Schüler, nur unterrichten wir leider nicht die Fächer, für die er sich interessiert“. So besuchte ich sehr ausgedehnt verschiedene Schulen, ohne das Abitur zu machen. Das meiste des andressierten Wissens habe ich inzwi­schen vergessen – kann man wohl auch.

k03 michael ostrowskyName: Michael Ostrowsky

Alter: 43 Jahre

wohnt in: Berlin-Wedding, Sprengelstraße, in Hörweite der Osterkirche

Familie: ledig, keine Kinder, in fester Beziehung lebend

Beruflicher Werdegang und aktuelle Arbeit:

Lessing-Gymnasium Wedding

Ausbildung zum Werkzeugmacher

Studium: Maschinenbau, Schwerpunkt: Fertigungstechnik

zweieinhalb Jahre Berufstätigkeit als Arbeitsvorbereiter/Fertigungsplaner, REFA-Fachmann, Selbstständig seit 1996 (Schanksystem GmbH, Restaurant Schupke)

 Wie sind Sie in den Sprengelkiez gekommen?

Durch meine berufliche Tätigkeit seit 1996 habe ich den Kiez lieb gewonnen. Anfang 2006 fasste ich dann den Entschluss, von Charlottenburg in den Sprengelkiez zu ziehen. Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut.

k04 assibi wartenberg.jpfName: Assibi Wartenberg

Alter: geboren 1961 in Kwame-Danso, Ghana

wohnt in: Berlin-Wedding, Lynarstraße

Familie: verheiratet, 1 Kind

Beruflicher Werdegang und aktuelle Arbeit:

1981 lernte ich in Dapaong, das ist im Norden von Togo an der Grenze nach Burkina Faso, meinen jetzigen Mann kennen, der dort als Entwicklungshelfer an einer Berufsschule arbeitete. 1983 heirateten wir in Dapaong und reisten dann im Sommer 1983 nach Deutschland, um die Familie meines Mannes kennen zu lernen. Damals machte ich in Lomé, der Hauptstadt Togos, eine Ausbildung als Schneiderin. Ende 1986 lief dann der Vertrag meines Mannes aus und Anfang 1987 zogen wir (meine Tochter und ich ) nach Berlin nach.

k05 siemen dallmanName: Siemen Dallmann, geb. Bültjer

Alter: geboren 1957 in Osterhusen, Kreis Norden

wohnt in: Berlin-Wedding, Fehmarner Str.

Familie: geschieden, 2 Kinder

Beruflicher Werdegang und aktuelle Arbeit:

Ich habe sehr viele unterschiedliche Berufe ausgeübt: z.B. KFZ Mechaniker, Seefahrer, Pferdepfleger, im Hoch- und Tiefbau, Großküche, Hausmann und Tagesvater, als Elektriker, in der Mode- Industrie und als Hausmeister.

Zurzeit bin ich für zwei Jahre ÖBS Mitarbeiter im SprengelHaus. Hier bin ich mit im Nachbarschaftsladen tätig und auch teilweise im Kiez unterwegs. Auch betreue ich Projekte wie "Arbeitslose helfen Arbeitslosen", Spielabend im SprengelHaus und den "Lebendigen Adventskalender". Es macht mir sehr viel Spaß. Bei vielen Aufgaben bekomme ich fast mehr zurück, als ich gebe. Ich kann vieles besser machen, was ich vorher ehrenamtlich nebenbei gemacht habe. Ich hab jetzt einfach mehr Zeit für alles.

k06 susanne schwerkoltName: Susanne Schwerkolt

Alter: 56 Jahre

wohnt in: Berlin-Wilmersdorf

Familie: Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder - einen Sohn von 25 Jahren und eine Tochter von 21 Jahren.

Beruflicher Werdegang:

Im Jahr 1978 begann ich, als Grundschullehrerin zu arbeiten - in einer kleinen Dorfschule nahe der Nordseeküste. 1980 kam ich nach Berlin und begann meine Arbeit an einer Sonderschule im Wedding. Ich habe dann im Ergänzungsstudium an der FU Sonderpädagogik studiert.

Seit 1995 arbeite ich als Schulleiterin an der Hermann-Herzog-Schule.

Wie sind Sie in den Sprengelkiez gekommen?

Das erste Mal betrat ich den Sprengel-Kiez 1967. Ich besuchte meine ältere Schwester, die in der 11. Etage des Ernst-Reuter-Studentenwohnheims wohnte. Vom Balkon aus sah ich auf das Stadtviertel – ohne die geringste Ahnung, dass dieser Kiez später einmal Bedeutung für mich bekommen würde.

k07 robert bownesssmithName: Robert Bowness-Smith

Alter: geboren 1939 in Bristol, England

wohnt in: Berlin-Wedding, Samoastraße

Beruflicher Werdegang:

Mein Leben ist verbunden mit Musik. Mein Leben ist Musik. Das zeigt mein Werdegang.

1953: Vorspiel für Musik in der British Army für Piano, Cello und Horn

1954 – 1979: Musiker und später Dirigent in der British Army. Einsatz- bzw. Stationierungsorte in Deutschland waren Iserlohn (1955), Minden (1962) und Paderborn (1972 – 1973). Darüber hinaus Dienst in Jamaika (dort Zusammentreffen mit Dave Brubeck), Libyen und Zypern.

1968 – 1973: Bandmaster des Royal Anglian Regiment, Auftritte unter anderem für Queen Mom, die Ehrenoberst dieses Regiments war.

 

1973 – 1979: Royal Artillery Orchestra London. Die Arbeit umfasste Auftritte als Dirigent im Buckingham Palast anlässlich offizieller Termine (Amtseinführungen, Adelsverleihungen, Auszeichnungen).

k08 mandy nickelName: Mandy Nickel

Alter: Ich wurde an einem Montag um 11:30 Uhr in den frühen achtziger Jahren in Eberswalde geboren.

wohnt in: einer schönen großen Wohnung mit Garten und Balkon und natürlich im Sprengelkiez.

Beruflicher Werdegang:

Gelernt habe ich mal Bürokraft und Callcenter-Agent. In dem Bereich habe ich aber nicht sehr lange gearbeitet. Den größten Teil meines Lebens, der was mit Arbeit zu tun hat, war ich ehrenamtlich tätig oder habe Maßnahmen vom Jobcenter wahrgenommen.

Fakt ist: Ich habe mein ganzes Leben mit Menschen gearbeitet, überwiegend mit Kindern und Senioren. Jetzt mache ich gemeinsam mit meiner Mitbewoh­nerin und guten Freundin Musik und bin hauptberuf­lich Liedermacherin.

Wie sind Sie in den Sprengelkiez gekommen?

Ich hatte gezielt vor, hier zu wohnen, weil ich wusste, dass es neben viel Grün auch jede Menge Künstler gibt. Durch Siemen Dallmann (unser aller Kiezaktivist) habe ich die passende Behausung für mich, meine Mitbewohnerin und unsere Katze gefunden.

k09 alexandra kastName: Alexandra Kast

Alter: geboren 1978 in Berlin

wohnt in: einer schönen großen Wohnung mit Garten und Balkon und natürlich im Sprengelkiez.

Beruflicher Werdegang:

Ich habe Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität studiert und nebenbei im Callcenter gejobbt. Nach einem zweisemestrigen Aufenthalt in New York war mir klar, dass ich mich auf Stadtsoziologie spezialisieren möchte. Und ich wollte einen Nebenjob machen, der auch was mit meinem Studium zu tun hat. So habe ich 2001 im Quartiersmanagement Soldiner Straße als studentische Mitarbeiterin angefangen. Als ich 2005 mit meinem Diplom fertig war, wurde gerade eine Stelle frei. Seitdem bin ich Quartiersmanagerin.

Wie sind Sie in den Sprengelkiez gekommen?

Im Sommer 2007 wurde die Trägerschaft für das QM Sparrplatz neu ausgeschrieben, und mein Arbeitgeber, die L.I.S.T. GmbH, wollte sich darauf bewerben. Mir wurde die Teamleitung angeboten, eine ganz neue Herausforderung für mich. Nach einem sonntäglichen Erkundungs-Spaziergang hier im Kiez war mir klar: Das mache ich! Und ich habe es nicht bereut.

k11 sultan bayramName und Alter: Ich heiße Sultan Bayram und bin 45 Jahre alt.

wohnt im: Sprengelkiez

Beruflicher Werdegang:

Als Kind einer Gastarbeiterfamilie kam ich 1973 nach Berlin-Wedding und wohnte in der Gerichtstraße. Damit begann für mich und meine Geschwister ein neuer Lebensabschnitt, ob ein glücklicher oder trauriger war zu der Zeit nicht vorhersehbar. Heute dagegen bin ich sehr zufrieden und glücklich darüber, wie es gekommen ist.

Wie sind Sie in den Sprengelkiez gekommen?

1984 zog ich aus meinem Elternhaus aus und siedelte in den Sprengelkiez, weil hier meine Schwester bereits wohnte.

Was gefällt Ihnen hier im Kiez, und was eventuell weniger? Und was sollte im Kiez besser oder anders gemacht werden?

Heute lebe ich sehr gerne in unserem Kiez. Es gibt nicht unbedingt etwas zu bemängeln, jedoch gibt es immer wieder Dinge, die man verbessern könnte, wie z.B. die Sauberkeit innerhalb des Kiezes, worum man sich kümmern sollte.

k12 rosi dagName und Alter: Rosemarie Dag, 57 Jahre alt (1952 geboren)

wohnt im: Sprengelkiez, in der Tegeler Str.

Beruflicher Werdegang:

Nach meiner Schulzeit (Abschluss im Jahr 1966) habe ich als Auffüllerin der Regale bei Coop in Neukölln gearbeitet. 1971 kam das erste Kind zur Welt, mein Sohn Marco. 1981 kam der zweite Sohn – Marcel – zur Welt, und schließlich im Jahr 1984 Pascal.

Ich war Mutter und Hausfrau. Ich habe zum Familieneinkommen kräftig durch eigene Arbeit beigetragen durch meine Arbeit als Putzfrau.

Schwierig war es oft, meine Arbeitszeiten und meine Verantwortung als Mutter unter einen Hut zu bringen. Weil mein Mann, mein ältester Sohn und auch viele Freunde geholfen haben, hat das alles geklappt. Denn es musste klappen.

 

Wie sind Sie in den Sprengelkiez gekommen?

Wir wohnen seit 22 Jahren hier im Sprengelkiez, in der Tegeler Straße. Vorher wohnten wir in Lichterfelde am Hindenburgdamm. Mein Mann war dort Hauswart, und wir wohnten dort in der Hausmeisterwohnung. 1988 erkrankte mein Mann schwer und konnte seine Arbeit als Hausmeister nicht mehr ausführen. So mussten wir in eine andere Wohnung umziehen. Die Hausverwaltung hat uns damals dabei geholfen und bot uns die Wohnung in der Tegeler Straße an, in der wir heute noch wohnen.

k13 pascal ninnemannName und Alter: Pascal Ninnemann, 25 Jahre alt (Geburtsjahr 1984)

wohnt im: Sprengelkiez, in der Tegeler Str.

Mein Werdegang:

Ich habe noch zwei ältere Brüder, Marco und Marcel. Mit 2 Monaten wurde ich in einer Kirchengemeinde in Berlin-Schöneberg getauft. 1987, da war ich 3 Jahre alt, zog meine Familie in den Sprengelkiez. Im Sprengelkiez wurde ich von meinen Brüdern früh zum Fußballplatz direkt neben der Bahnbrücke an der Tegeler Straße mitgenommen – da, wo jetzt die Bahnbrücke drüber verläuft, die vom Ring zum neuen Hauptbahnhof abzweigt.

Dort spielten wir praktisch jeden Tag – im Sommer von früh morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit. Dort fanden sich viele Freunde und Kumpels von Marco, meinem Bruder, ein, und wiederum die Freunde dieser Freunde, die teilweise aus Neukölln hierher kamen. Es waren dann oft zwischen 20 und 40 Kinder und Jugendliche da – und wir spielten in unseren Freizeitmannschaften Fußball. Meine Mutter (Rosemarie Dag) kam ab und zu vorbei, um zu sehen, ob wir da wirklich keinen Unfug anstellten. Aber nein - wir spielten dort stundenlang gegeneinander – alles friedlich. Bis heute haben sich aus dieser Zeit tolle Kontakte zu vielen Mitspielern gehalten. Im Rahmen dieser Freizeitmannschaften spiele ich bis heute – es macht mir einfach viel Spaß.

k14 heinz reicheneckerName und Alter: Heinz Reichenecker, 54 Jahre alt

wohnt: am wunderschönen Nordufer im Sprengelkiez

Mein Werdegang:

In Stuttgart aufgewachsen, habe ich dort auch Abitur gemacht. Ich wuchs in einem behüteten Elternhaus auf und bin Vater und Mutter immer noch sehr dankbar über die Möglichkeiten, die sie mir und meinen beiden Geschwistern eröffnet haben.

Während des Studiums in Heidelberg, Grenoble und Freiburg – die Fächer waren Sport und Romanistik, kam ich aber schnell in Kontakt zur politischen Szene, Anti-AKW, Deutscher Herbst, Hausbesetzer, Nato-Nachrüstungs-Doppelbeschluss etc., und ich entfernte mich von der bürgerlichen Gesellschaft und der Kirche.

Trotzdem war ich aktiv im Leistungssport – spielte viel Basketball parallel zum Sportstudium, machte viele schöne Reisen nach Südfrankreich, und begeisterte mich für die Bergwelt. Bei Skitouren ging es bis an 4000 Meter hoch. Auch Bergsteigen im Monte Rosa Gebiet gehörte zu meinen Aktivitäten. Einige 4000-er habe ich erklommen. Ich durchquerte die Alpen vom Genfer See bis nach Nizza als Bergwanderung. Bis heute bin ich frankophil und rede gerne französisch, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, zum Glück immer öfter in Berlin.

k15 angela bochumName: Angela Bochum

Geboren: 1959 in Berlin-Wedding

Hallo Angela, erzähl uns doch mal etwas von Deiner Familie und Deiner Herkunft. Wie war Deine Kindheit? Wo und wie bist Du aufgewachsen? Wer und was hat Dich geprägt?

Meine Eltern und Großeltern sind im Wedding aufgewachsen, lebten und arbeiteten hier. Mein Vater hat Autoschlosser gelernt und lange Zeit in einer Werkstatt gearbeitet, bis die Firma schloss. Danach arbeitet er bei unterschiedlichen Firmen, war aber immer zuständig für die Reparatur von Maschinen und Betriebseinrichtungen. Inzwischen genießt er seine Rente. Seine größte Leidenschaft und Hobby ist der Automobilsport. Er selber ist aktiv Motorrad- und Autorennen bis 1990 gefahren. Viele Pokale und Preise hat er gewonnen. Seit vielen Jahren ist er nur noch als Sportkommissar bei Veranstaltungen tätig, so z.B. bei den jährlichen Eisspeedway-Weltmeisterschaften in Wilmersdorf, und er unterstützt den Jugendsport.

Meine Mutter hat 37 Jahre als Sachbearbeiterin für Kriegsschadensrenten beim Bezirksamt gearbeitet. Ihre Leidenschaft galt immer, meinen Vater bei all seinen Aktivitäten zu unterstützen. Heute beschäftigt sie sich am liebsten in ihrem Garten. Mit viel Geduld zieht sie ihre Tomaten und Blumen aus Samen des Vorjahres auf dem Fensterbrett vor und stellt Marmeladen oder andere Produkte aus den Früchten des Gartens her.

k10 raulk10 inesWer seid Ihr?

Raul Raimundo Munguambe, geb. 1969 in Mosambik. Ich habe 6 Geschwister in Mosambik und bin 1987 über ein Abkommen zwischen der damaligen DDR und Mosambik für vorerst 4 Jahre nach Deutschland gekommen.

Ich war auf der Suche nach meiner Traumfrau und habe sie vor 3 Jahren gefunden und geheiratet. Jetzt kann ich, natürlich mit ihr, in meine Heimat nach Mosambik zurückgehen.

Ines-Cordelia Munguambe, geb. 1968 in Brandenburg. Ich habe einen Bruder, war noch nie länger als 2 Monate von meiner Heimat weg und gehe jetzt mit meinem Traumprinzen nach Afrika als "weiße Massai" und freue mich riesig auf diese Herausforderung.

Wie kamt Ihr in den Sprengelkiez – und vor allem: in die Osterkirche?

Am 20.6.2008 sind wir in den Sprengelkietz gezogen, weil wir für uns ein gemeinsames Nest gesucht haben und die Wohnung wunderschön ist. Als unsere Eheschließung geplant war, ging das natürlich nicht ohne Gottes Segen, und so kamen wir in die Osterkirche. Es begegnete uns sehr viel Herzlichkeit, Unterstützung und Anteilnahme, so dass wir beschlossen, "öfter herzukommen". Und so sind wir geblieben und fühlen uns in der Ostergemeinde pudelwohl, voll integriert und akzeptiert. Wir spüren keinen Rassenunterschied, was nicht selbstverständlich für Deutschland ist.

k16 wulf dornblut

Name, wann geboren: Wulf Dornblut, geboren 1969 in Schildow bei Berlin

Wie kamen Sie in den Sprengelkiez?

Ich bin beruflich seit 12 Jahren im Wedding auf dem Abschnitt 35 tätig. Die ersten Jahre war ich mit der polizeilichen Routinearbeit befasst. Vor knapp 8 Jahren wurde ich in meiner Dienstgruppe, die regional für den Sprengelkiez zuständig ist, Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit. In dieser Funktion habe ich regelmäßig Kontakt zu vielen Institutionen im Kiez. Für die Polizei werde ich z.B. auch in ganz konkrete Prozesse der Bürgerbeteiligung bei Planungsvorhaben einbezogen - wie vor einigen Jahren an der Workshop-Reihe im Zusammenhang mit der Planung des Sprengelparks. Auch wuchs die Zusammenarbeit mit dem Sprengelhaus, damals insbesondere zu den Mediatoren der Konfliktagentur.

Seit nunmehr fünfeinhalb Jahren bin ich hauptamtlich als Präventionsbeauftragter für den ganzen Abschnitt tätig. Das bedeutet u.a., dass ich an den beiden Grundschulen im Kiez Antigewaltveranstaltungen zum Thema „Hauen ist doof“ durchführe, also richtigen Unterricht zu Anti-Gewalt-Strategien gebe. So bekomme ich Kontakte zu den Kindern und manchen Eltern vor Ort – das ist wichtig. Auch zum Kiezplenum Sparrplatz werde ich eingeladen. Dort treffen sich regelmäßig Vertreter von Jugendeinrichtungen– wie die Weddinger Kinderfarm, Telux, Die Lynar, aber auch die Schulen, die Konfliktagentur, das Quartiersmanagement, Kirchengemeinden u.a.m. Auch die Kitas in diesem Bereich werden zu diesen Plenen eingeladen.

k17 silka riedelName und Geburtsdatum:

Mein Name ist Silka Riedel. Ich wurde 1978 in Dresden geboren und bin dort aufgewachsen. Vor fünfzehn Jahren bin ich nach Berlin gezogen, um Sprachwissenschaften und Archäologie studieren.

Wie kamst Du in den Sprengelkiez?

Den Sprengelkiez habe ich über einen Freund kennengelernt. Es hat mir hier auf Anhieb gefallen. Seit zehn Jahren lebe ich selbst hier. Mittlerweile habe ich hier viele Menschen kennengelernt und fühle mich sehr wohl. Übrigens treffe ich immer wieder Leute in Berlin, die diesen Kiez kennen und etwas darüber zu erzählen haben.

Was machst Du im Sprengelkiez?

Ich engagiere mich in der Konfliktagentur im Sprengelkiez. Angefangen hat es für mich 2004, als Bewohner/-innen unseres Kiezes im SprengelHaus zu Mediatoren ausgebildet wurden. Ein Mediator vermittelt in Konflikten.