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Juli 2012


Ökumenischer Pilgerweg in Mecklenburg

 

Von Siegfried Dehmel

Von einer guten Bekannten wurde ich vor gut drei Jahren gefragt: „Hättest du Lust zu einem Pilgerweg in Mecklenburg?“ Ich nahm diese Einladung an und in diesem Jahr war ich in der zweiten Julihälfte bereits zum vierten Mal mit auf dem „Ökumenischen Pilgerweg“, der uns zehn Tage lang gut 200 km von Bergen auf der Insel Rügen über Stralsund, Bad Sülze, Güstrow nach Tempzin bei Wismar führte.

S-1

In Tempzin finden sich die Reste eines alten Pilgerklosters. Ein kleiner Verein hat in den letzten 20 Jahren in mühevoller Arbeit einige Gebäude davon restauriert. Das Pfarrer-Ehepaar Magdalene und Joachim Anders begannen gleich nach der Wende, Pilgertage zu organisieren, an denen Jahr für Jahr meistens 30 – 40 Leute teilnahmen. Diesmal waren wir 24 ältere und jüngere, katholische und evangelische Frauen und Männer.

Die ersten beiden Tage hatten wir eine Menge Regen zu bestehen, dann aber begleitete uns eine Woche lang die Sonne. Meistens waren es schattige Waldwege, die unsere beiden „Streckenmeister“ Dieter und Karl sorgfältig ausgewählt hatten. Das Angenehme war, dass ein Kleintransporter unser Hauptgepäck beförderte, so dass wir nur unseren Tagesrucksack zu tragen hatten. Der Bully stand dann auch zur Mittagspause am verabredeten Ort mit Wasser und kaltem Tee bereit.

S-2Übernachtet wurde in Kirchen und Gemeindehäusern „dicht an der Erde“ auf Luftmatratzen.

Ein Problem waren zuweilen die sanitären Anlagen. Eine Toilette und ein Wasserhahn sind für solch eine Gruppe dann doch eine Herausforderung. Zum Glück gab´s aber meistens zwei, drei Toiletten.

Wenn wir nach 25 km Fußmarsch – das geschmückte Pilgerkreuz immer voran – gegen 19 Uhr ins Quartier kamen, stand das Essen bereit, das Maria, unsere hervorragende Köchin, zubereitet hatte. Für das leibliche wie auch für das geistliche Wohl war sehr gut gesorgt. Der Tag begann, nachdem wir um 6 Uhr mit FlötenmusikS-3 oder dem Glöckchen unseres „Zeitgeistes“ geweckt worden waren, mit einem evangelischen Abendmahlsgottesdienst oder einer katholischen Eucharistiefeier.

Über den Tag hinweg begleiteten uns die Tagzeitengebete. Auf dem Weg gab es zwischendurch biblische Impulse zum jeweiligen Wort des Tages und danach gingen wir weiter in Schweigegruppen, die mit einer Austauschrunde endeten.

Um 21 Uhr trafen wir uns jeweils zu einem Tagesrückblick, den jemand aus der Runde hielt, und zum anschließenden Nachtgebet. Danach war bis zum anderen Morgen Schweigen angesagt.

Zehn unvergessliche Tage lagen hinter uns, als wir am Sonntagmorgen in der Klosterkirche Tempzin zum Abschlussgottesdienst zusammen kamen. Tage, die randvoll gefüllt waren mit gemeinsamen Erlebnissen, persönlichen Gesprächen und geistlichen Anregungen. Manche hatten Blasen an den Füßen, aber alle waren dankbar für die gemeinsame Zeit.